Schlagwort: Archäologie

  • HR031 – Neue Burg – Hamburg – Closing Time

    HR031 – Neue Burg – Hamburg – Closing Time


    Neue Burg die Vierte! Wie versprochen, hat das Hafenradio Kay Suchowa nochmal zum Ende der archäologischen Ausgrabung in der Hamburger Neustadt in der Straße „Neue Burg“ besucht. Und es gibt wieder spannendes zu berichten!

    Der Grabungsleiter mit der Illustration einer möglichen Torkonstruktion der Neuen Burg in den Händen.
    Illustration einer möglichen Torkonstruktion der Neuen Burg

    Wir haben es am vorletzten Grabungstag, quasi „auf den letzten Drücker“, nochmal in die „Neue Burg“-Straße in die Hamburger Neustadt geschafft, um zu berichten was die Ausgrabung an Einblicken in Hamburgs frühe Vergangenheit preisgeben konnte. Wallanlage, Deichbau, Tor und Oberkante – so könnte man es verkürzt auf den Punkt bringen. Tatsächlich konnten wieder zahlreiche gut erhaltene Befunde der Wallanlage der neuen Burg freigelegt und untersucht werden. Dort wo es der Archäologe und Grabungsleiter Kay Suchowa vermutet hat, kam tatsächlich eine Toranlage zum Vorschein, die in großen Teilen gut dokumentiert werden konnte und eine echte kleine Sensation ist. Vielleicht etwas weniger spektakulär, aber wissenschaftlich sehr wertvoll, ist die Tatsache, dass die Oberkante des Walls sicher dokumentiert werden konnte, was auch weitere Rückschlüsse auf Größe und Konstruktion zulässt. Besonders interessant waren auch die Hinweise eines Deichbauers, der Kay auf der Ausgrabung besuchte. Sie lieferten entscheidende Hinweise um zu klären, warum auf der Aussenseite des Walls viel weniger Holz verbaut wurde als im inneren Bereich.

    Kay Suchowa erklärt das Profil der Innenseite des Walls
    Kay Suchowa erklärt das Profil der Innenseite des Walls


    Warum ist die Neue Burg so wichtig für Hamburg? Nun – sie ist der Grundstein für das was Hamburg bis heute zu einer bedeutenden europäischen Handelsmetropole macht. Mit ihr begann der Aufstieg Hamburgs als Hansestadt. Die Neue Burg war im 11. Jahrhundert sogar die größte Burganlage Norddeutschlands und wurde vom Billunger-Herzog Bernhard II. ab 1021 errichtet.
    Nochmal zum Hintergrund der Ausgrabung: Die Ausgrabungsfläche liegt in einem Gebiet, das quasi als Keimzelle der 1188 gegründeten Hamburger Neustadt gilt. Unmittelbar unter dem Pflaster der heutigen Straße „Neue Burg“ befinden sich, vom Krieg und dem nachfolgenden Bauboom weitgehend ungestörte, Befunde der mittelalterlichen und neuzeitlichen Bebauung. Für eine Ausgrabung in der dichtbesiedelten Innenstadt war diesmal die Situation auch eine besondere – es handelte sich um eine geplante Grabung, die nicht durch Bauarbeiten notwendig wurde, sondern an einer vielversprechenden, exponierten Stelle durchgeführt werden konnte. Gestartet wurde im November 2019 und Grabungsende war im September 2020.

    Grabungsbefund eines Teils der Torkonstruktion


    Diese Ausgrabung konnte auch einmal mehr belegen, dass Hamburg eine Stadt ist, die in ihrer Geschichte immer von Austausch und Migration geprägt war. Neue Impulse, Ideen, Technologien, Weltanschauungen und Kulturen offen aufzunehmen, das ist es, was Hamburg von jeher erfolgreich gemacht hat.
    Damit können wir eine kleine, aber unglaublich spannende Serie von Berichten der Erforschung der „Neuen Burg“ im Herzen der Hansestadt abschließen – die Links auf die vorausgegangenen Episoden findet ihr in den Shownotes. An dieser Stelle auch nochmal ein ganz großes Dankeschön an Kay Suchowa, der sich immer die Zeit genommen hat dem Hafenradio so wunderbar die tiefen Einblicke in Hamburgs Vergangenheit zu erklären. Vielleicht ergeben sich in Zukunft ja noch weitere Grabungsmaßnahmen, aber vorerst mal: Closing Time!

    Links zu den Themen
    Neue Burg – Hamburg, Webstory Mythos Hammaburg, Bernhard II, Billunger, Hopfenmarkt, Trostbrücke, HR027, HR016, HR004

  • HR030 – Bildstörung meets Hafenradio

    HR030 – Bildstörung meets Hafenradio

    Wir sprechen diesmal mit Melli und Kurt, den Machern des Podcasts „Bildstörung“, einem noch recht neuen Podcast bei dem es fast ausschließlich um Fotografie geht. Beide sind leidenschaftliche Freizeitfotografen und wenn man sich ihre Fotos auf Flickr (ja gibt es noch) oder Instagram anschaut, dann fällt einem sofort der hohe Anspruch der Beiden auf. Schnell erklärt sich dann auch der Untertitel „DER PODCAST FÜR FOTOGRAFISCHES SEHEN“ . Sie sprechen nicht über, und das macht diesen Podcast so spannend und vor allem hörenswert, die neueste Technik, höchste Auflösung oder schärfste Optik.
    Nein, es geht den Beiden vielmehr um das, was vor dem Auslösen passiert. Wie kommt es zu einem Bild und wie ist es aufgebaut? Dies sind die Kernfragen, die in den einzelnen Folgen ihres Podcasts besprochen werden!

    Melli vom Bildstörung Podcast während der Podcastaufnahme im Museum in Harburg.
    Melli vom Bildstörung Podcast

    2019 gründeten Sie zudem eine recht aktive Fotogruppe in Hamburg, die sich mit dem Thema des “fotografischen Sehens” übrigens nicht nur theoretisch beschäftigt.
    Gemeinsame „Foto-Walks“ oder der Besuch von Fotoaustellungen gehören ebenfalls zum Programm dieser Gruppe.
    Die fotografischen Ergeb- und Erlebnisse, werden auf Flickr, Facebook oder Instagram vorgestellt aber auch im besagtem Podcast der Beiden besprochen.

    Kurt vom Bildstörung Podcast während der Podcastaufnahme im Museum in Harburg.
    Kurt vom Bildstörung Podcast

    Mit “Bildstörung“ wollen Melli und Kurt „…noch mehr Freizeit- und Hobbyfotografen dafür begeistern, sich mehr mit dem kreativen als mit dem technischen Teil der Fotografie zu beschäftigen“. Wir finden, das machen sie ganz hervorragend und es ist ein Spaß ihrem Podcast zu folgen. Daher mussten wir sie unbedingt vor dem Mikro des Hafenradios haben!
    Aber was verbindet nun das Hafenradio mit dem Podcast von Melli und Kurt? Ganz einfach: Die Liebe zur Fotografie, zu Lost Places sowie Streetart und sogar auch zur Archäologie!

    Foto von Kurt Frehe vom Salton Sea, einer interessanten geologischen Anomalie im Südosten Kaliforniens.
     Salton Sea – im Südosten Kaliforniens – Foto: Kurt Frehe 

    In dieser Folge geht es also um Fotografie, Lost Places, Archäologie und ein wenig um Bier – was hat das alles miteinander zutun? Wie immer: hört einfach rein!

    Links zu den Themen
    Bildstörung Podcast, Bildstörung auf Facebook, Bildstörung auf Instagram, Bildstörung auf Flickr, Kehrwieder Kreativbrauerei, Mehr Information zum Salton Sea

  • HR028 Unter Hamburgs Füßen – oder auf der Suche nach der Wiedenburg

    HR028 Unter Hamburgs Füßen – oder auf der Suche nach der Wiedenburg

     

    Unweit von der Ausgrabung an der Neuen Burg, über die wir in unserem letzten Podcast berichtet haben, findet aktuell eine weitere Grabung des Archäologischen Museums Hamburg statt.
    Ein Neubauvorhaben auf einem Areal direkt an der Willy-Brandt-Straße, machte archäologische Untersuchungen notwendig, die das AMH seit September 2019 unter der Leitung der Archäologin und Grabungsleiterin Judith Kirchhofer dort durchführt.

    Christoph und Judith stehen auf der Ausgrabungsfläche am Hopfensack
    Christoph & Judith stehen auf der Ausgrabungsfläche am Hopfensack.

    Das Grabungsareal liegt auf einem historisch bedeutsamen Gelände: Es ist das Ostende der einstigen Reichenstraßeninsel. Die ehemalige Insel verdankt ihren Namen übrigens den reichen Kaufleuten, die sich hier ab ca. 1200 angesiedelt haben. Von der Insel ist jetzt allerdings nichts mehr zu sehen, denn die Fleete, welche die Insel damals umgaben, sind heute zugeschüttet und zu Straßen geworden.
    Das Grundstück auf dem die Ausgrabung stattfindet, ist seit dem Mittelalter mit dem Namen „Wiedenburg“ belegt. Die Herkunft dieses Namens ist allerdings unklar. Lange Zeit wurde hier wirklich eine Burganlage vermutet, die Bezeichnung kann aber auch auf einen Familiennamen zurückgeführt werden.
    Die archäologische Untersuchung auf dem Gelände soll diese Frage klären, aber auch die Art der mittelalterlichen Bebauung Hamburgs im Mittelalter. Die Bedingungen hierfür sind tatsächlich ausgesprochen günstig, da der Untergrund auf dem ehemaligen Parkplatz weitgehend ungestört ist.
    Die von dem Team des AMH bereits freigelegten und eindrucksvoll erhaltenen Fundamentreste der frühen Kaufmannshäuser, werden sicher manch Frage zum mittelalterlichen Hausbau beantworten können.

    Fundamente aus Hartholzstämmen sorgten dafür, dass die Gebäude nicht in der Marsch versinken
    Fundamente aus Hartholzstämmen sorgten dafür, dass die Gebäude nicht in der Marsch versinken.

     

    An diesem Fundament wird deutlich, wie massiv auf der Reichenstraßeninsel gebaut wurde
    An diesem Fundament wird deutlich, wie massiv auf der Reichenstraßeninsel gebaut wurde.

    Wir waren sehr beeindruckt von den hervorragend erhaltenen Holzpfählen, massiven Ziegelmauern und mächtigen Findlingen.

    Findlinge wie diese (Abb. 3) sind Fremdkörper in der Elbmarsch, sie mussten sehr aufwendig von der Geest zur Fleetinsel transportiert werden!

    Judith Kirchhofer und Ihr Team können noch bis Ende April die Geschichte der Reichenstraßeninsel untersuchen, danach entsteht hier ein hochmodernes Gebäude mit Tiefgarage.

    Ein besonders schöner Fund ist dieses Fragment einer steinernen Schale die mit einer Maske verziert ist
    Ein besonders schöner Fund ist dieses Fragment einer steinernen Schale die mit einer Maske verziert ist.

     

    Hier der Grund woher unsere Wasserhähne ihren Namen haben: dieser kleine Zapfen hat eine Bohrung und eine Handhabe in Form eines Hahns und diente zum zapfen von Flüssigkeiten
    Hier der Grund woher unsere Wasserhähne ihren Namen haben: dieser kleine Zapfen hat eine Bohrung sowie eine Handhabe in Form eines Hahns und diente zum zapfen von Flüssigkeiten.

    Bleibt noch die Frage nach der Wiedenburg: Haben Judith und Ihr Team schon Spuren von dieser Anlage gefunden? Hört selbst!

    Links zu den Themen
    Reichenstraßeninsel, Hamburg Altstadt, Dendrochronologie, Artikel zur Ausgrabung (auf amh.de – Archäologisches Museum Hamburg), „Miss Jones“ Podcast zur Stadtarchäologie

     

  • HR027 Hamburg Neustadt – Die Ausgrabung „Neue Burg“ – Reloaded

    HR027 Hamburg Neustadt – Die Ausgrabung „Neue Burg“ – Reloaded

     

    Wir haben es wieder getan: Seit November gräbt das Archäologische Museum Hamburg wieder im Bereich der Neuen Burg und wir haben Kay-Peter Suchowa, den Grabungsleiter, nun zum dritten Mal vor das Mikrofon geholt!

    Grabungszelt in der "Neue Burg" Straße
    Grabungszelt in der „Neue Burg“ Straße

    Die Ausgrabungsfläche liegt auf historisch spannendem Gelände, denn das Gebiet gilt als die Keimzelle der 1188 gegründeten Hamburger Neustadt. Direkt unter dem Pflaster der heutigen Straße „Neue Burg“ befinden sich, vom Krieg und dem nachfolgenden Bauboom fast ungestörte, Befunde der mittelalterlichen und neuzeitlichen Bebauung. Wie ein riesiges Puzzle fügen sich die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen der Hausfundamente sowie des mittelalterlichen Walls zusammen und liefern damit hoch spannende Erkenntnisse zur Stadtgeschichte der Hansestadt.

    Kay-Peter Suchowa - Grabungsleiter erklärt die Grabungssituation
    Kay-Peter Suchowa – Grabungsleiter erklärt die Grabungssituation

    Das Gebiet der Neuen Burg gilt als die Keimzelle der Hamburger Neustadt, die durch Kaiser Friedrich Barbarossa 1189 besondere Privilegien erhielt. Mit ihr begann der Aufstieg Hamburgs als Hansestadt. Die Neue Burg war im 11. Jahrhundert die größte Burganlage Norddeutschlands und wurde vom Billunger-Herzog Bernhard II. ab 1021 errichtet. Der mächtige Wall mit 36 m Breite und 5 m Höhe war sicherlich ein weithin sichtbares Zeichen herzoglicher Macht und sicherte den Westen Hamburgs gegen feindliche Angriffe, während der Heidenwall die Stadt nach Osten sicherte. Der Neuen Burg kam damit eine Schlüsselrolle als Nachfolger-Befestigung der Hammaburg zu. Im 12. Jahrhundert wurde die Neue Burg aufgegeben. Danach wurde das Innere der Burg aufgefüllt und die so gewonnene Fläche in annährend gleich große Grundstücke aufgeteilt und bebaut. Die Neusiedler erhielten besondere Rechte, wie zum Beispiel freie Schifffahrt auf der Elbe bis zur Mündung. Im Bereich des heutigen Hopfenmarktes standen neben der ersten Nikolaikirche auch das erste Rathaus und die Münze. Um 1220 wurden die Barbarossa-Privilegien der Neustadt auch auf die Altstadt übertragen, und Hamburg wuchs zusammen. Damit begann der Aufstieg zur Hansestadt.

    Schild zu Schnitt Nummer 5 - hier wohnte Familie Rossi
    Wir fragen uns ob Familie Rossi hier ihr Glück gefunden hat.

    Archäologisch betrachtet gibt diese wichtige Phase der Hamburger Stadtgeschichte immer noch viele Rätsel auf. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Neuen Burg als Nachfolgebau der Hammaburg zu. Kay Suchowa hofft nun, mit dieser Ausgrabung neue Erkenntnisse zur Neuen Burg, aber auch zur anschließenden Gründung der Neustadt und damit zu den Wurzeln Hamburgs als Handelsmetropole zu erhalten.

    Schnitt 1 - Keller der Familie Leblond
    Schnitt 1 – Keller der Familie Leblond

    Wie spannend das ist und warum der ein oder andere Ur-Hamburger hier seine Wurzeln finden könnte, kann Euch Kay viel besser berichten – hört mal rein!

    Links zu den Themen
    Neue Burg – Hamburg, Webstory Mythos Hammaburg, Bernhard II, Billunger, F. Laeisz, Hopfenmarkt, Hauptkirche St. Nicolai, Trostbrücke, Structure from Motion, Hugenotten in Hamburg, HR016, HR004, Herr Rossi sucht das Glück

     

  • HR024 Neues vom Freisener Pferdchen

    HR024 Neues vom Freisener Pferdchen

     

    Das hafenradio war wieder einmal unterwegs! Vor über einem Jahr haben wir mit Alfred Haffner über das Pferdchen von Freisen gesprochen. Aber es mussten einige noch offene Fragen der Erforschung des keltischen Pferdchens von Freisen vor Ort geklärt werden. So kam es zu einer spannenden, kleinen Exkursion zusammen mit der Archäologin Isabel Schormann.

    Relief des Freisener Pferdchens in der Schule
    Relief des Freisener Pferdchens in der Schule

    Wieder eine Vater und Sohn Folge. Alfred Haffner hat sich im letzten Jahr weiter intensiv mit dem keltischen Bronzepferdchen aus dem saarländischen Freisen beschäftigt. Wir sprechen zunächst über einige neue Erkenntnisse, vor allem was die Interpretationsmöglichkeiten der vermeintlichen zwei Schwerter angeht, die dem Toten mitgegeben wurden.

    Ehemaliger Sandabbau am Fundort des Pferdchens
    Ehemaliger Sandabbau am Fundort des Pferdchens

    Einige offene Fragen, die vor allem die sog. Rezeptionsgeschichte dieses besonderen Fundes angehen, konnten aber nur vor Ort geklärt werden. Deshalb haben wir uns nach Freisen und Berschweiler aufgemacht, um zu erfahren welche Rolle das Pferdchen heute dort spielt, wie sich der Fundplatz darstellt oder was aus der steinernen Grabstele geworden ist, die im Pfarrhaus verbaut sein soll. Auch die Wohn- und Wirkungsstätte des Ausgräbers Johann Carl Sohns haben wir in Berschweiler, nahe bei Freisen, gesucht. Einen Abstecher zum Weiselberg haben wir auch noch gemacht. Unterstützt hat uns bei alldem die Archäologin Isabel Schormann vom saarländischen Landesdenkmalamt. Wir haben Frau Schormann im Podcast fälschlicherweise „Krollmann“ genannt – nur wegen eines Versprechers von mir gleich am Anfang – Entschuldigung für die Verwirrung!

    Isabel Schormann, Alfred Haffner und das Freiester Pferdchen
    Isabel Schormann, Alfred Haffner und das Freisener Pferdchen

    Der geplante Artikel zum Pferdchen von Freisen hat mittlerweile schon den Umfang eines kleinen Büchleins erreicht und es werden nach der kleinen Exkursion sicher noch einige Abschnitte hinzukommen.
    Wir werden berichten wenn das Thema abgeschlossen ist.

    Kellerraum im Pfarrhaus Freisen
    Kellerraum im Pfarrhaus Freisen wo die ursprüngliche Treppe war

     

     

    Links zu den Themen

    Freisen,  Kelten, Plastik des Bronzepferdchens in Freisen, Keltisches Fürstengrab Eberdingen-Hochdorf – Kleine Pferdestatuetten auf dem Joch (Web-Site von 1997), Sonderausstellung Keltenmuseum Heuneburg „Der Unlinger Reiter: Kelten, Pferde, Wagenlenker“,  Gemeinschaftsschule Freisen, Weiselberg, Berschweiler, HR020 Das Pferdchen von Freisen, Sage vom “Schuss nach der Hostie” im Heimatbuch Kreis St. Wendel Bd. 1, 1948

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    Alfred Haffner
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    Christoph Haffner

  • HR023 Merkels (Dienst)Reise

    HR023 Merkels (Dienst)Reise

    Fünf Tage Turkmenistan – eine (Dienst-)Reise in eine andere Welt

    Es gibt Reisen, die macht man wahrscheinlich nur einmal im Leben. Wenn man Archäologe ist, können solche Reisen durchaus auch an exotischere Orte führen.

    Nachts  in Aşgabat, im Hintergrund das Kopet-Dag-Gebirge.
    Nachts  in Aşgabat, im Hintergrund das Kopet-Dag-Gebirge.

    Von einer solchen Reise möchte ich hier kurz berichten: Mitte März hatte ich auf Einladung des turkmenischen Kulturministeriums die Chance, nach Aşgabat, der Hauptstadt von Turkmenistan, zu reisen. Die Einladung erfolgte als Abschluss der Ausstellung „Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“. Hierbei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen dem turkmenischen Kulturministerium, dem Archäologischen Museum Hamburg (AMH), dem Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und dem Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (REM), wo die Ausstellung derzeit noch zu sehen ist. Dass die Grabungsfunde nach langen diplomatischen Verhandlungen zwischen den Museen und dem ehemaligen Sowjetstaat an drei Orten in Deutschland gezeigt werden konnte, ist etwas Besonderes, denn noch nie zuvor hat Turkmenistan die Objekte ins Ausland verliehen. Zur Nachbereitung dieser Kooperation und um über mögliche weitere Projekte zu sprechen, wurden deshalb die Vertreter der drei Museen nach Turkmenistan eingeladen.

    Vorplatz des Kulturzentrums Mukamlar
    Vorplatz des Kulturzentrums Mukamlar, auf dem eine der größten Fahnen der Welt weht.Erkennungszeichen des Nationalmuseums der davorstehende mit 133m (bis 2011) höchste freistehende Fahnenmast der Welt ». Am Fahnenmast hängt die (ebenfalls bis 2011) größt Fahne der Welt ».

    Zusammen mit sieben Kollegen aus dem Neuen Museum Berlin und den Reiss-Engelhorn-Museen machten sich Prof. Weiss und ich am 11. März 2019 auf den Weg. Es erwartete uns für die kommenden fünf Tage ein volles und vielfältiges Programm: Wir trafen mit Direktoren der Staatlichen Museen Turkmenistans und Studenten zusammen und wohnten einem Theaterstück bei, wir besichtigten Museen in Aşgabat und besuchten zwei archäologische Fundstätten, noch einmal eine Tagesreise entfernt. Zum einen Alt-Nisa, die Hauptstadt des Parther-Reichs, die bereits von weitem noch als beindruckende Befestigungsanlage zu erkennen ist. Zum anderen besuchten wir die Reste der mittelalterlichen Stadt Köneürgenç. Sie liegt am Rande der Wüste Karakum unweitder Grenze zu Usbekistan. Die kaum erforschten Überreste dieser mittelalterlichen Metropole wurden 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

    Elfenbein-Rhyta, rituelle Trinkhörner, aus Alt Nisa.
    Elfenbein-Rhyta, rituelle Trinkhörner, aus Alt Nisa. Im Hintergrund Prof. Weiss, Prof. Schaumburg, Frau B. Fleckenstein bei einer Führung durch das Nationalmuseum

     

    Rekonstruierte Lehmziegelarchitektur in Alt Nisa
    Rekonstruierte Lehmziegelarchitektur in Alt Nisa

    Ich muss zugeben, dass mich das Land Turkmenistan sehr beeindruckt hat. Das Licht, das Klima und die Landschaft unterscheiden sich komplett von dem, was ich bisher gesehen hatte. Nie war ich so weit weg vom Meer und die Bezeichnung Zentralasien für diese Region ist gleichsam eine Beschreibung dafür, dass wir uns mitten auf der Eurasischen Platte, der größten Kontinentalplatte der Erde, befunden haben.
    Nie war ich aber auch in einem Land wie in Turkmenistan, dessen totalitäre Regierung sich so sehr im Stadtbild manifestiert. Der erste Eindruck, den ich bei der Ankunft in Aşgabat bekam, bestätigte sich im Laufe dieser Reise immer wieder: eine weiße, hochmoderne Architektur, sauber und aufgeräumt – aber die Stadt ist menschenleer. Ein schweres Erdbeben, das die Asgabat 1948 fast vollständig zerstörte, und ein staatlich verordneter Bauboom nach der Unabhängigkeit Turkmenistans von der Sowjetunion 1991 sind der Grund für das heutige Stadtbild. Besonders ins Auge fallen die vielen Marmorbauten, Bushaltestellen sind klimatisiert, auch die Autos in der Stadt sind weiß. Das alles strahlt eine überlegene Kühle und Monumentalität aus, die keinen Zweifel an der „Großartigkeit“ der Regierung aufkommen lässt.

    Kuppel im Tura-Beg-Chanum-Mausoleum
    Kuppel im Tura-Beg-Chanum-Mausoleum

     

    Schattenspiel im Tura-Beg-Chanum-Mausoleum
    Schattenspiel im Tura-Beg-Chanum-Mausoleum

    Die Bebauung auf dem Land sieht dagegen ganz anders aus. Häuser, in traditioneller Lehmziegelbauweise erstellt und mit einfachen grünen Blechdächern versehen, prägen das ländliche Straßenbild. Vor den Häusern konnten wir sehr häufig noch fast prähistorisch anmutende Kuppelöfen aus Lehm zum Kochen und Backen von Brot beobachten – größer kann der Kontrast zur weißen Hauptstadt kaum sein.

    Theaterszene
    Theaterszene

    Das Fotografieren wird in Turkmenistan aus unterschiedlichen Gründen nicht gern gesehen.

    Trotzdem war es mir oftmals und in Absprache mit den uns begleitenden Betreuern möglich, meine Eindrücke mit dem Smartphone festzuhalten. So sind über 200 Bilder entstanden, von denen ich hier einige zeigen möchte.

    Die deutsche Delegation beim Essen in Daşoguz
    Die deutsche Delegation beim Essen in Daşoguz (v. l. ): Dr. Anton Gass (SPK-Berlin), Barbara Fleckenstein, Dr. Susanne Wiechert (REM), Prof. Matthias Wemhoff (SPK-Berlin), Dr. Michael Merkel (AMH), Prof. Rainer-Maria Weiss, Prof. Alfried Wieczorek (REM), Prof. Hanno Schaumburg und Dr. Manfred Nawroth (SPK-Berlin)

    Eher durch Zufall bzw. in einem anderen musealen Zusammenhang bin ich über Instagram auf den Fotodienstleister Saal-Digital (https://www.saal-digital.de/) aufmerksam geworden und habe Kontakt mit ihm aufgenommen. So ergab es sich, dass Saal-Digital mir anbot, seine Software bei der Erstellung eines Fotobuchs zu testen. Es handelt sich dabei nicht um ein professionelles Layout-Programm und ich bin kein Grafiker. Trotzdem konnte ich mit dieser Software ein knapp 40 Seiten umfassendes, qualitativ hochwertiges Büchlein mit den wichtigsten und schönsten Fotos zusammenstellen. Es brauchte eine kleine Weile, bis ich mich in das Tool eingearbeitet hatte, aber dann klappte die Gestaltung (m)eines eigenen Fotobuchs ganz wunderbar.

    Das Fernsehen war immer dabei! Hier wird Dr. Wiechert zum Interview gebeten.
    Das Fernsehen war immer dabei! Hier wird Dr. Wiechert zum Interview gebeten.

     

    Brandschutz im Museum von Köneürgenç
    Brandschutz im Museum von Köneürgenç

    Für die Fotografen unter Euch: Die Fotos wurden mit einem iPhone X und der Lightroom CC APP im DNG-Format aufgenommen. Die Weiterverarbeitung erfolgte anschließend mit Ligthroom Classic CC, für den nötigen Feinschliff sorgten das wunderbare Classic Preset K14 von André Duhme (https://theclassicpresets.com/).

     

    Links zu den Themen

    Wer eine Reise nach Turkmenistan vorhat, dem empfehle ich übrigens diese zwei Blogs zur Vorbereitung:

    Die Hinweise zur Fotografie in Turkmenistan auf dem Lilportal haben mich überzeugt die „große“ Kamera zu Hause zu lassen.
    Und sehr lesenswert sind die Reiseberichte der Autoren von Reisendepeschen

    Turmenistan, Köneürgenç, Karakum, Asgabat, Daşoguz, Margiana

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    Michael Merkel
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    Christoph Haffner

  • HR020 Das Pferdchen von Freisen

    HR020 Das Pferdchen von Freisen

     

    Christoph hat sich zusammen mit seinem Vater Alfred Haffner zu Weihnachten wieder etwas Zeit genommen, um eine neue Folge Hafenpodcast aufzunehmen.

    Diesmal steht ein kleines keltisches Bronzepferdchen aus Freisen im Saarland im Mittelpunkt. Anlass ist das Weihnachtsgeschenk für die Enkeltochter und die dahinterstehende kleine Geschichte um ein gemeinsames Spiel, bei dem eine Ausstellung ganz so wie im Museum gemacht wurde.

    Das Pferdchen aus Bronze ist der einzige bekannte Originalfund eines keltischen Wagengrabes, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Freisen entdeckt und „ausgegraben“ wurde – allerdings nicht unbedingt im Sinne einer wissenschaftlichen Untersuchung. Dennoch ist ein Bericht überliefert, der einige Informationen zu den Funden und den Fundumständen enthält. Wissenschaftlich bearbeitet wurde der Fund bereits in den 30er Jahren durch Wolfgang Dehn und dann auch in der Dissertation von Alfred Haffner, allerdings konnten bislang keine genauen Aussagen zur Funktion und Bedeutung des Pferdchens gemacht werden. Nun ist aber kürzlich in Baden Württemberg ein vergleichbarer Fund aufgetaucht, der vielleicht helfen kann das Pferdchen von Freisen besser zu interpretieren. Die Geschichte bleibt also spannend!

    Replik des Bronzepferdchens von Freisen
    Replik des Bronzepferdchens von Freisen

    Herausgekommen ist eine sehr persönliche Hafenpodcast-Episode.

     

    Abbildung des Originalfundes in der Zeitschrift "Germania" von 1936
    Abbildung des Originalfundes in der Zeitschrift „Germania“ von 1936

     

     

    Alfred Haffner in den 1960er Jahren
    Alfred Haffner in den 1960er Jahren

    Alfred hat Ur- und Frühgeschichte in Hamburg, München und Saarbrücken studiert. 1966 war er als wiss. Mitarbeiter am Institut für Vor-und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie an der Universität des Saarlandes, von 1967 – 1983 als Kustos am Rheinischen Landesmuseum Trier und zuletzt von 1983 – 2003 als Professor am Institut für Ur-und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel tätig.

     

     

     

     

    Links zu den Themen

    Freisen,  Kelten, Germania (Archäologische Zeitschrift), Plastik des Bronzepferdchens in Freisen, Keltisches Fürstengrab Eberdingen-Hochdorf – Kleine Pferdestatuetten auf dem Joch (Web-Site von 1997), Sonderausstellung Keltenmuseum Heuneburg „Der Unlinger Reiter: Kelten, Pferde, Wagenlenker“, Dr. Dirk Krause, Landesarchäologe von Baden-Württemberg

     

     

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    Alfred Haffner

  • HR019 HashTag KultBlick

    HR019 HashTag KultBlick

     

    Der Hafenpodcast sendet live und ohne Gast aus Hamburg. Michael und Christoph nehmen die vom Archäologischen Museum Hamburg und der Kulturbloggerin Tanja Praske initiierte Blogparade #KultBlick ins Visier. #KultBlick möchte, dass die teilnehmenden Blogger über ihren ganz persönlichen Blick auf Kultur schreiben, was denn auch 82 (!) Teilnehmer (Stand 30.10.2017)  gemacht haben. 82 ganz völlig unterschiedliche Geschichten die sich alle lohnen gelesen oder gehört zu werden.

    Für Archäologen ist Müll ganz klar Kultur
    Für Archäologen ist Müll ganz klar Kultur

    Es wird somit sehr viel über Kultur geredet und Michael muss einige Fragen beantworten, und zwar dieselben, die den Bloggern für #KultBlick gestellt wurden. So ergibt sich eine weitere, zum Teil sehr archäologisch geprägte Sicht auf Kultur – und das obwohl sich die Protagonisten eher in vieler Hinsicht als Kulturbanausen verstehen. Es geht auch um Hochkultur(en), Müll als Kulturanzeiger, Kulturpolitik, Kulturerlebnisse, die Stones und andere Musik… und natürlich Essen und Trinken!

    Migration gehört zur Kultur
    Migration gehört zur Kultur

    Am Ende muss auch noch darüber gesprochen werden, dass Migration seit Jahrtausenden und permanent in Europa stattfindet und die Kultur prägt. Da kommen dann Begriffe wie Leitkultur ins Spiel, die ja derzeit wieder populär zu sein scheinen und vor allem von Rechten „Vordenkern“ gerne genutzt werden. Wir können feststellen, dass sich die Archäologen zu wenig an der Debatte beteiligen, vor allem vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthemen. Wer wenn nicht die Archäologen können hier nachweisen, dass Migration einer der Pfeiler der europäischen Kultur ist. (Dazu passt das Bild aus dem Archäologischen Museum Hamburg sehr schön!)

    Viel Spaß beim hören und wir freuen uns sehr über Feedback oder Diskussionsbeiträge (da passiert derzeit noch zu wenig 🙂 )!

     

    Links zu den Themen

    Blogparade #KultBlick, Kultur Museum Talk (Website von Tanja Praske), Arabische Zeichen auf Wikingerkleidung, Archäologisches Museum Hamburg

     

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  • HR018 Pracht und Herrlichkeit

    HR018 Pracht und Herrlichkeit

     

    Wieder eine „Update“ Folge. Der Hafenpodcast ist ein zweites mal zu Besuch im Archäologiepark Wederath Belginum. Rosemarie Cordie und Alfred Haffner führen durch die Ausstellung „Pracht und Herrlichkeit. Bewaffnung und Bekleidung keltischer Männer im Hunsrück.“ Es gibt viele Geschichten und Hintergründe zur Ausstellung und den gezeigten Objekten zu hören.

    Ausstellungsraum - Alles zur Pracht und Herrlichkeit keltischer Männer.
    Ausstellungsraum – Pracht und Herrlichkeit in Wederath Belginum

    Es geht in der Ausstellung tatsächlich nur um Männer – keltische Männer und wie sie sich im Leben und im Tod ausgestattet haben. Schwerter, Schilde, Messer, Gürtelschnallen, Fibeln, Schmuckscheiben, Trinkhorn, Kleidung… auch ein Toilettenbesteck damit die Ohren sauber, und die Fingernägel ordentlich geschnitten sind.

    Rekonstruktion des Keltisches Schwertes aus Siebbach
    Rekonstruktion des Keltisches Schwertes aus Siebbach

    Das Leitmotiv der Ausstellung ist die Gegenüberstellung archäologischer Funde und deren Rekonstruktion. So wird dem Besucher vor Augen geführt, wie die Ausstattung eines keltischen Mannes wirkte und welche handwerkliche Fähigkeiten zur Herstellung notwendig waren.

    Die Ausstellung im Archäologiepark Wederath Belginum ist noch bis zum 5. November 2017 zu sehen und es gibt eine Begleitpublikation zum Preis von 19,90 Euro.

    Rosemarie Cordie und Alfred Haffner
    Rosemarie Cordie und Alfred Haffner

    Rosemarie hat Vor- und Frühgeschichte studiert. Sie ist die Leiterin des Archäologieparks Belginum bei Morbach im Hunsrück und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Klassische Archäologie der Universität Trier tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Eisenzeit, Siedlungs- und Gräberarchäologie, Archäologie Belginums und seines Umlands, Romanisierung sowie die Vermittlung und Präsentation archäologischer Inhalte.

    Alfred hat Ur- und Frühgeschichte in Hamburg, München und Saarbrücken studiert. 1966 war er als wiss. Mitarbeiter am Institut für Vor-und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie an der Universität des Saarlandes, von 1967 – 1983 als Kustos am Rheinischen Landesmuseum Trier und zuletzt von 1983 – 2003 als Professor am Institut für Ur-und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel tätig.

     

    Links zu den Themen

    Archäologiepark Belginum, WederathKelten, Sonderausstellung „Pracht und Herrlichkeit“, Hochscheid, Siebbach

     

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  • HR017 Dreiklänge mit Buddler

    HR017 Dreiklänge mit Buddler

     

    Drei sitzen an der Elbe in Hamburg und Wittenberg und sprechen über Podcasting in der Archäologie, die „Nationale Sonderausstellung Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ und die Skeptiker Bewegung. Im Hafenpodcast zu Gast ist Mirko Gutjahr, vielen auch bekannt als der „Buddler“ und Macher vom „angegraben“ Podcast und dem „Geheimen Kabinett“.

    Da wir einen echten Pionier in Sachen Archäologie-Podcast zu Gast haben, beginnen wir natürlich mit dem Lieblingsthema Podcasting und welches Potential diesem Medium innewohnt, gerade wenn es um Wissenschaftskommunikation geht. Auch die Relevanz für kleine Zielgruppen macht das Podcasten so spannend. Und die Tatsache, dass sich der ganze Aufwand schon dann lohnt, wenn man einen Hörer damit glücklich machen kann, ist sehr sympatisch!

    Mirko Gutjahr (ganz rechts) bei der Arbeit - Als Kurator der Ausstellung "Luther! 95 Schätze – 95 Menschen". Foto Thomas Bruns
    Mirko Gutjahr (ganz rechts) und KollegInnen bei der Arbeit – Mirko ist Kurator der Ausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“. Foto Thomas Bruns

    Thema Nummer zwei hat uns in Hamburg in diesem Jahr einen zusätzlichen Feiertag beschert! Das Lutherjahr 2017. In Wittenberg kann man bis zum 5. November die von Mirko kuratierte Ausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ besuchen. Die Ausstellung ist eine im „Dreiklang“ sogenannter „Nationaler Sonderausstellungen“ zum Lutherjahr. Neben der Ausstellung in Wittenberg  präsentiert das Deutsche Historische Museum in Berlin im Martin-Gropius-Bau die Schau „Der Lu- thereffekt“ (12. April bis 5. November 2017) und auf der Wartburg in Thüringen ist die Ausstellung „Luther und die Deutschen“ (4. Mai bis 5. November 2017) zu sehen.

    Luthers Hund? Der blaue Hund aus der Luther Ausstellung in Wittenberg
    Mysteriös? Luthers Hund? Der blaue Hund aus der Luther Ausstellung in Wittenberg

    In unserem Themendreiklang widmen wir uns dann schließlich noch den „Skeptikern“ und der Situation der Wissenschaft in Zeiten postfaktischer, ignoranter oder extrem-religiöser Verschiebungen in der Gesellschaft. Michael und Christoph lernen, dass es sich bei den Skeptikern, bzw. der „Skeptiker Bewegung“ nicht um Verschwörungstheoretiker und Alu-Hüte handelt sondern vor allem um die wissenschaftliche Untersuchung von Parawissenschaften – laut Wikipedia Erkenntnisansprüche, die sich am Rande oder außerhalb der akademischen Wissenschaften befinden. Am Ende liegt die Vermutung nahe, dass das Zeitalter der Aufklärung noch lange nicht vorbei ist.

     

    Links zu den Themen

    Hoaxilla Podcast – #120 mit Mirko zur Himmelsscheibe von Nebra, „angegraben“ Podcast, Das Geheime Kabinett, Podcastsuche zu „Archäologie“Luther Dreiklang – Nationale Sonderausstellungen 2017LUTHER! 95 SCHÄTZE – 95 MENSCHEN, Wittenberg, Skeptiker, US Wissenschaft und Trump (Beitrag im Deutschlandfunk)

     

     

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    Mirko Gutjahr