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  • HR027 Hamburg Neustadt – Die Ausgrabung „Neue Burg“ – Reloaded

    HR027 Hamburg Neustadt – Die Ausgrabung „Neue Burg“ – Reloaded

     

    Wir haben es wieder getan: Seit November gräbt das Archäologische Museum Hamburg wieder im Bereich der Neuen Burg und wir haben Kay-Peter Suchowa, den Grabungsleiter, nun zum dritten Mal vor das Mikrofon geholt!

    Grabungszelt in der "Neue Burg" Straße
    Grabungszelt in der „Neue Burg“ Straße

    Die Ausgrabungsfläche liegt auf historisch spannendem Gelände, denn das Gebiet gilt als die Keimzelle der 1188 gegründeten Hamburger Neustadt. Direkt unter dem Pflaster der heutigen Straße „Neue Burg“ befinden sich, vom Krieg und dem nachfolgenden Bauboom fast ungestörte, Befunde der mittelalterlichen und neuzeitlichen Bebauung. Wie ein riesiges Puzzle fügen sich die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen der Hausfundamente sowie des mittelalterlichen Walls zusammen und liefern damit hoch spannende Erkenntnisse zur Stadtgeschichte der Hansestadt.

    Kay-Peter Suchowa - Grabungsleiter erklärt die Grabungssituation
    Kay-Peter Suchowa – Grabungsleiter erklärt die Grabungssituation

    Das Gebiet der Neuen Burg gilt als die Keimzelle der Hamburger Neustadt, die durch Kaiser Friedrich Barbarossa 1189 besondere Privilegien erhielt. Mit ihr begann der Aufstieg Hamburgs als Hansestadt. Die Neue Burg war im 11. Jahrhundert die größte Burganlage Norddeutschlands und wurde vom Billunger-Herzog Bernhard II. ab 1021 errichtet. Der mächtige Wall mit 36 m Breite und 5 m Höhe war sicherlich ein weithin sichtbares Zeichen herzoglicher Macht und sicherte den Westen Hamburgs gegen feindliche Angriffe, während der Heidenwall die Stadt nach Osten sicherte. Der Neuen Burg kam damit eine Schlüsselrolle als Nachfolger-Befestigung der Hammaburg zu. Im 12. Jahrhundert wurde die Neue Burg aufgegeben. Danach wurde das Innere der Burg aufgefüllt und die so gewonnene Fläche in annährend gleich große Grundstücke aufgeteilt und bebaut. Die Neusiedler erhielten besondere Rechte, wie zum Beispiel freie Schifffahrt auf der Elbe bis zur Mündung. Im Bereich des heutigen Hopfenmarktes standen neben der ersten Nikolaikirche auch das erste Rathaus und die Münze. Um 1220 wurden die Barbarossa-Privilegien der Neustadt auch auf die Altstadt übertragen, und Hamburg wuchs zusammen. Damit begann der Aufstieg zur Hansestadt.

    Schild zu Schnitt Nummer 5 - hier wohnte Familie Rossi
    Wir fragen uns ob Familie Rossi hier ihr Glück gefunden hat.

    Archäologisch betrachtet gibt diese wichtige Phase der Hamburger Stadtgeschichte immer noch viele Rätsel auf. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Neuen Burg als Nachfolgebau der Hammaburg zu. Kay Suchowa hofft nun, mit dieser Ausgrabung neue Erkenntnisse zur Neuen Burg, aber auch zur anschließenden Gründung der Neustadt und damit zu den Wurzeln Hamburgs als Handelsmetropole zu erhalten.

    Schnitt 1 - Keller der Familie Leblond
    Schnitt 1 – Keller der Familie Leblond

    Wie spannend das ist und warum der ein oder andere Ur-Hamburger hier seine Wurzeln finden könnte, kann Euch Kay viel besser berichten – hört mal rein!

    Links zu den Themen
    Neue Burg – Hamburg, Webstory Mythos Hammaburg, Bernhard II, Billunger, F. Laeisz, Hopfenmarkt, Hauptkirche St. Nicolai, Trostbrücke, Structure from Motion, Hugenotten in Hamburg, HR016, HR004, Herr Rossi sucht das Glück

     

  • HR016 Neue Burg Update

    HR016 Neue Burg Update

     

    Nach gut zwei Jahren besuchen wir den Hamburger Archäologen Kay-Peter Suchowa auf der aktuellen Ausgrabung in der Altstadt. Wie schon in HR04 berichtet, wird hier vor allem der Wall der sogenannten „Neuen Burg“ ausgegraben. Dieser Kampagne findet in direkter Nachbarschaft der Aktivitäten von 2015 statt. Wie damals auch, sind die Erhaltungsbedingungen für Holz und andere organische Materialien hervorragend, sodass sich ein sehr gutes Bild über die Bauweise ergibt.

    Kay-Peter Suchowa vor dem Wallprofil der Neuen Burg Ausgrabung 2017

    Kay erklärt noch einmal wie es dazu kam, dass die neue Burg errichtet wurde, welche Materialien genutzt wurden, zu welcher Jahreszeit die Bautätigkeiten stattfanden. Eine Burg in Norddeutschland war meist eine Anlage, die von einem einige Meter hohen Wall aus Holz und Erde umgeben war – eine sogenannte Wallburg. Die Gebäude innerhalb der Wallanlage waren ebenfalls aus Holz gebaut.

    Blick auf das Wallprofil Richtung Osten
    Blick auf das Wallprofil Richtung Osten – der große Holzpfeiler rechts im Bild stammt aus dem 19. Jahrhundert.

     

    Nachdem die Anlage endgültig zerstört war (das genaue Ende ist nicht bekannt), wurde das Areal verfüllt und wurde von der neu gegründeten „Neustadt“ überbaut. Da im Bereich rund um den Hopfenmarkt noch weitere Bautätigkeiten anstehen werden wir hoffentlich bald wieder die Möglichkeit haben mit Kay einen Grabungsbesuch organisieren können.

    Detail des Profils mit zahlreichen kleinen Holzstämmen im Schnitt.
    Detail des Profils mit zahlreichen kleinen Holzstämmen im Schnitt und dem Rest eines vertikalen Holzpfahls aus dem 19 Jhd.

     

    Wir wünschen euch viel Spaß beim zuhören!

     

    Links zu den Themen

    Neue Burg, Hopfenmarkt, Großer BurstahDendrochronologie

     

     

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    Kay-Peter Suchowa
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    Christoph Haffner
  • HR004 Mit der Nase im Dreck und in den Augen den Glanz der Vergangenheit

     

    … oder wie ein Donut die Geschichte Hamburgs erklärt!

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    Holz aus einem Jahrtausend

    Hafenradio war wieder unterwegs, diesmal mit dem Ziel die Geschichte unter unseren Füßen zu erkunden: es geht auf eine archäologische Ausgrabung am Hopfenmarkt in der Hamburger Innenstadt. Das Gebiet rund um den Hopfenmarkt birgt ein für Hamburg einzigartiges Bodendenkmalensemble. Hier begann vor über 900 Jahren die Entwicklung Hamburgs von der Burg zur Stadt. Auf dem 360 m² großen Grabungsfeld sind archäologische Funde der um 1061 errichteten Ringwallbefestigung der „Neuen Burg“ und der 1195 erstmals schriftlich erwähnten Hauptkirche St. Nikolai im Erdreich erhalten. Das Gebiet der Neuen Burg gilt als die Keimzelle der 1188 gegründeten Hamburger Neustadt, die durch Kaiser Friedrich Barbarossa besondere Privilegien erhielt. Mit ihr begann der Aufstieg Hamburgs als Hansestadt.

    (Video: Henning Tietz)

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    Ein Donat erklärt die Geschichte Hamburgs

    Wir treffen uns mit Kay-Peter Suchowa, dem Leiter der Ausgrabung, und befragen ihn nicht nur zur Ausgrabung; uns interessiert natürlich auch wie er zur Archäologie gekommen ist und was ihn daran so fasziniert.
    Herausgekommen ist ein tolles Gespräch mit einem Archäologen, der für seinen Job lebt und vor allem liebt. Wir können zudem Befunde sehen, die für Hamburg einmalig sind! Bauhölzer eines Walls, die heute noch so aussehen, als wenn sie eben erst im Wald geschlagen wurden.

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    Holzbefunde

    Das Archäologische Museum Hamburg bietet übrigens jeden Donnerstag von 14 bis 15 Uhr kostenlose Führungen zum aktuellen Stand der Ausgrabungen an. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine verbindliche telefonische Anmeldung erforderlich. Kontakt: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr unter 040 42871-2497.

     

     

     

     

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    Kay-Peter Suchowa

    Kay-Peter Suchowa hat in den neunziger Jahren in Hamburg Ur-und Frühgeschichte und Ethnologie studiert. Nach verschiedenen archäologischen Stationen in Lübeck, Hameln und Hitzacker ist er nun wieder in seiner Heimatstadt Hamburg als Leiter der stadtarchäologischen Ausgrabung am Hopfenmarkt tätig.

     

     

    Links zu den Themen

    Projekt Hopfenmarkt / Hamburg, Neue BurgOchsenweg, Slawen, Archäologischer Befund, Ringwall, Dendrochronologie, Donut

     

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    Michael Merkel
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    Christoph Haffner
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    Kay-Peter Suchowa